Früher war alles besser? Nicht unbedingt, zumindest, wenn man sich die Verfügbarkeit guter Ersatzteile auf dem Oldtimer-Markt anschaut. Noch vor 10-20 Jahren war die Teile-Situation für viele Oldtimer wesentlich schlechter als heute. Durch die wachsende Szene, haben sich immer mehr Betriebe auf die Nachfertigung seltener Teile spezialisiert, die sich durch die wachsende Vernetzung im Internet immer besser finden lassen. Auch bieten die Hersteller selbst heute in eigenen Classic-Abteilungen Lagerware und Neuauflagen beliebter Teile an. Nicht zuletzt durch den 3D-Druck können Besitzer klassischer Fahrzeuge sogar selbst seltene Kunststoffteile nachbilden. Doch trotz der verbesserten Situation bei vielen Modellen gibt es auch heute noch Fälle, in denen die Teilesuche aussichtslos sein kann. So geschehen bei diesem seltenen Fiat Roadster aus den 1930er Jahren.

Beim routinemäßigen Räderwechsel brach unglücklicherweise einer der vier Radbolzen, die das Rad passgenau in den vorgesehenen Führungen halten. Wer gerne einmal wieder in ein ratloses Gesicht blicken möchte, fährt mit der Frage nach genau diesem 80 Jahre alten Bolzen beim örtlichen Fiat-Händler vor.

Wer gleich Zeit spart, schmeißt die gute alte Drehbank (die in diesem Falle selbst schon ein Oldtimer ist) an und beginnt mit der Nachfertigung.

Basis für die Kopie bildet eine massive Schraube, die eine identlische Gewindesteigung und Materialstärke aufweist. Als erstes wird dabei der spezielle Kopf des Bolzens an der Drehbank nachgebildet.

Passgenau für die entsprechende Hülse fertigen wir nun einen Abstandhalter aus einer passenden Mutter an. Anschließend wird der Kopf noch an der einen Seite abgeflacht (im Bild nicht sichtbar) und so gegen ein ungewolltes Lockern während der Fahrt abgesichtert.

Das Ergebnis überzeugt – in kurzer Zeit konnten wir so ein Teil nachfertigen, das auf dem Ersatzteilmarkt kaum aufgetrieben werden kann. Mit neuen Rädern und dem passgenau nachgefertigten Bolzen kann der seltene Roadster wieder auf die Straße.

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